Scheinbar alles richtig gemacht, aber…

17.10.2011 10:55

manchmal klappt es einfach nicht. Diese Erfahrung muss aktuell die Schweizer Handelsgröße Migros mit seiner Plattform Migipedia machen. Migipedia ist eine umfassende Web 2.0 Plattform für Migros Kunden. Kunden können nicht nur Lebensmittel bewerten und diskutieren, sie sind ebenso aufgerufen, neue Produktvorschläge einzureichen oder gar an Real-Life Produkt-Tests teilzunehmen und ihre Erfahrungen zurück zu melden. So nahm die Migros jüngst zwei neue Sorten Konfitüre ins Sortiment auf, die von der Community entwickelt worden waren.

Ein Grossist, der sich transparent aufstellt ist in dieser Form selten und die Migipedia gewann in der Schweiz auch den Award “Website des Jahres”. Leider trägt das Projekt, das preislich im hohen sechsstelligen Bereich anzusiedeln sein soll, nicht den Erfolg, zu dem es bestimmt war. Von den beim Launch im November 2010 gemessenen 76.000 Besucher waren im ersten Halbjahr 2011 monatlich nur noch rund 15.000 User aktiv. Trotz Lob in allen Medien sollen mittlerweile manchmal weniger als 140 User je Tag die Plattform nutzen. Auch ein TV-Spot konnte bislang daran nicht wirklich viel ändern.

Die Migros unterstreicht den Erfolg, dass man in den Dialog mit den Users eingetreten sei und dies sei wertvoller als nur quantitativ gemessene Zugriffszahlen.

Also alles richtig gemacht? Der Tages Anzeiger aus Zürich fasst mögliche Punkte des Scheitern wie folgt zusammen: Kritische Stimmen bemängeln an der Migipedia, dass wirklich kritische Anliegen eher weniger Beachtung finden und dass sich der Austausch im Bereich der Banalitäten bewegt. Außerdem scheint der Einfluss von existierenden sozialen Netzwerken wie Facebook unterschätzt worden zu sein, denn dort finden die entscheidenden Diskussionen statt. Und letztlich scheint für Kritik eine unabhängige Konsumenten-Plattform wie Codecheck.info, die den Vergleich mit Produkten anderer Hersteller erlaubt., besser geeignet zu sein als Monokulturen.

Dieser Artikel wurde vom Screenion Team geschrieben, am Monday, October 17, 2011 um 10:55 am. Sie können der Diskussion über unseren Kommentar-Feed folgen: RSS feed. Sie können eine Antwort hinterlassen, oder eine Traceback von Ihrer Seite setzen.. Tags:

1 Comment

  • Wird das Portal denn eingestellt? Ich lese die Tagesanzeiger-Meldung – und das damals dort Gesagte – eigentlich eher so, dass Migros in Kontakt mit seinen Kunden kommen will. Zunächst über den Weg, die eigenen Migros-Produkte zu besprechen. Als sporadischer deutscher Kunde von Migros kann ich das gut nachvollziehen und finde das auch hinreichend interessant. Denn Migros legt großen Wert auf die Auswahl und Qualität der angebotenen Produkte. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, wünsche ich Migros einen langen Atem und weise darauf hin, dass es zur Pflege und Entwicklung eines solchen öffentlichen Angebots eine ausreichende Menge Personals geben muss, die das mit großer Lust und Offenheit für Veränderungen tun kann. Kurz: ich teile die negative Einschätzung nicht. Migros kommuniziert. Das sind wir vielleicht in dieser umfassenden Form nicht gewohnt. :-)

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